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In den vergangenen Jahren konnte man in Warnemünde in vielen Straßenzügen die Umwandlung privater Wohnungen in Ferienwohnungen beobachten. Je mehr Ferienunterkünfte auf diese Weise entstanden sind, desto mehr reduzierte sich auch das einheimische Leben im Ostseebad vor allem in der Nebensaison. In Zahlen: Von etwa 4600 privaten Wohnungen sind im Jahr 2014 weit über 1000 Wohnräume in Ferienwohnungen umgewandelt worden. Die Hansestadt Rostock hat aus diesem Grund Anfang des Jahres 2013 die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes beschlossen, der die Zulässigkeit von Ferienwohnungen regeln soll.

 

Verdrängung von Wohnraum: Zur Notwendigkeit der Veränderungssperre

Die umgewandelten Ferienwohnungen sollten die hohe touristische Nachfrage in Warnemünde bedienen. Dies hatte jedoch zur Folge, dass die ohnehin schon hohe Nachfrage an privatem Wohnraum weiter strapaziert wurde. Zudem stiegen die Immobilienpreise in Warnemünde auf ein für junge Familien kaum noch bezahlbares Niveau. Die demographische Entwicklung des Ortes wird dadurch nachhaltig gestört.
Insgesamt sieht die Hansestadt Rostock aktuell eine Gefährdung der natürlichen, städtebaulichen Entwicklung in Warnemünde. Die auf eine Dauernutzung angelegte Infrastruktur ist nicht mehr ausgelastet, das Ortsbild wird geschädigt und in den Wintermonaten stehen ganze Ortsteile leer. Dem gegenüber stehen eine zu hohe bauliche Verdichtung, eine starke Verkehrsbelastung in den Wohngebieten sowie die sinkende Kaufkraft der Bevölkerung in der Nebensaison mit einhergehender Gefährdung der lokalen Ladengeschäfte. Zu bedenken sind auch die Störungen der Nachbarschaft durch wechselnde Feriengäste, die sich durch den Hauseigentümer kaum kontrollieren lassen.

 

Positive Effekte durch den neuen Bebauungsplan in Warnemünde

Mit dem neuen Bebauungsplan soll das urbane Gleichgewicht zwischen Urlaubsgästen und Einwohnern im Ostseebad Warnemünde wiederhergestellt werden. Die negative Einwohnerentwicklung kann sich durch bezahlbaren Wohnraum und ein intaktes Ortsbild wieder umkehren. Der B-Plan regelt dazu einerseits die Verhinderung einer weiteren Umwandlung von Dauerwohnungen in Ferienwohnungen sowie die Entstehung von Ferienunterkünften in den Wohngebieten. Bereits bestehende Ferienwohnungen, die sich in geeigneten Ortsteilen befinden, haben Bestandsschutz. Touristisch genutzte Wohnungen, die beispielsweise in mehrgeschossige Wohnquartiere eingedrungen sind, sollen weitgehend wieder in Dauerwohnungen umgewandelt werden.
Mit dem Aufstellungsbeschluss vom 30. Januar 2013 wurde zeitgleich eine Veränderungssperre beschlossen, die 2015 und 2016 jeweils um ein Jahr verlängert wurde, bis der neue B-Plan endgültig rechtskräftig ist. Am 20. Mai 2016 wurde ein neuer Bebauungsplan öffentlich ausgelegt, der für folgende Straßenzüge in Warnemünde eine Veränderungssperre festlegt:

Norden

  • Strandstraße
  • Seestraße
  • Seepromenade

 

Osten

  • Am Strom

 

Süden

  • Am Bahnhof
  • Alte Bahnhofsstraße
  • Lilienthalstraße
  • Lortzingstraße
  • An der Stadtautobahn

 

Westen

  • Friedrich-Barnewitz-Straße
  • Wiesenweg
  • Gartenstraße
  • Parkstraße